Zum Inhalt springen

Die Macht der kleinen Schritte:

Wie ein Milliardär seinen grössten Rückschlag überwand – und was wir daraus für unsere täglichen Gewohnheiten lernen können
7. Januar 2026 durch
Die Macht der kleinen Schritte:
Ralph Wieser
Es gibt Momente im Leben, die alles infrage stellen. Momente, in denen der Boden unter den Füssen wegbricht und der Weg zurück unmöglich erscheint. Für Bill Ackman – einen der erfolgreichsten und gleichzeitig kontroversesten Hedgefonds-Manager unserer Zeit – kam dieser Moment 2016. Sein Fonds Pershing Square hatte gerade 4 Milliarden Dollar bei einer einzigen Investition verloren. Seine 25-jährige Ehe zerbrach. Der Mann, der sich vorgenommen hatte, mit 30 Millionär, mit 40 Hundertmillionär und mit 50 Milliardär zu sein, stand vor den Trümmern seiner Ambitionen.

Was er in dieser Krise entdeckte, war nicht etwa eine komplizierte Investmentstrategie oder ein genialer Finanztrick. Es war ein einfaches Prinzip, das er ironischerweise aus seiner eigenen Welt kannte: der Zinseszins. Nur übertrug er ihn nicht auf sein Portfolio – sondern auf sein Leben.

Wer ist Bill Ackman?

William Albert Ackman wurde am 11. Mai 1966 in Chappaqua, New York, geboren. Sein Vater Lawrence war Immobilieninvestor und legte früh den Grundstein für Bills Interesse an der Finanzwelt. Die Familie hat aschkenasisch-jüdische Wurzeln – sein in der heutigen Ukraine geborener Grossvater wanderte in den 1890er Jahren zu Fuss nach Österreich-Ungarn aus, wo er sich zum Schneider ausbilden liess.

An der Harvard University studierte Ackman zunächst Geschichte und schloss 1988 magna cum laude ab. Ein Buch sollte seinen Lebensweg grundlegend verändern: Benjamin Grahams «The Intelligent Investor», die Bibel des Value Investing. Nach seinem MBA an der Harvard Business School 1992 gründete er mit einem Kommilitonen die Investmentgesellschaft Gotham Partners.
2004 entstand aus 54 Millionen Dollar Startkapital Pershing Square Capital Management – heute einer der bekanntesten aktivistischen Hedgefonds der Welt mit einem verwalteten Vermögen von über 18 Milliarden Dollar. 

Ackmans Investmentphilosophie ist klar: Er investiert nur in Unternehmen mit einem starken «Burggraben» (Moat), die quasi für immer existieren werden und deren Wettbewerbern hohe Eintrittsbarrieren im Weg stehen.


Die Kunst des Scheiterns


Was Ackman von vielen anderen Investoren unterscheidet, ist seine Bereitschaft, öffentlich über seine Niederlagen zu sprechen. Und davon gab es einige: Die Wette gegen Herbalife kostete ihn eine Milliarde Dollar. Das Investment in Valeant Pharmaceuticals vernichtete 4 Milliarden.

Bei einem Vortrag an der Citadel Finance Speaker Series sagte er: 
«Ihr habt keine Erfahrung mit dem Wichtigsten, das ihr verstehen müsst, um erfolgreich zu sein. Ihr habt keine Erfahrung mit dem Scheitern – und ihr werdet scheitern. Es wird passieren.»

Diese Worte sind keine Resignation. Sie sind eine Einladung zur Resilienz.

Das Prinzip des Daily Compounding

Inmitten seiner tiefsten Krise – der Fonds war 35% im Minus, Investoren zogen ihr Kapital ab, sein Privatleben lag in Scherben – entdeckte Ackman eine Methode, die sein Leben veränderte. Er begann, das Prinzip des Zinseszins auf seine persönliche Entwicklung anzuwenden.

Die Grundidee ist bestechend einfach: Wenn du jeden Tag nur 0,1% Fortschritt machst, klingt das nach nichts. Aber annualisiert? Das ist eine enorme Veränderung.

Ackman beschreibt seinen Ansatz so: 
«Meine Methode war, jeden Tag einen kleinen Fortschritt zu machen. Ich werde nicht zurückschauen, wo ich war. Wenn ich das tue, werde ich entmutigt. Ich konzentriere mich einfach auf den nächsten Schritt, und dann den nächsten Schritt, und dann den nächsten Schritt.»
Die ersten Wochen bemerkte er keine nennenswerten Veränderungen. Aber genau das ist das Wesen des Compounding: Die Kurve beginnt flach und explodiert dann förmlich. Nach etwa 90 Tagen begann er, echte Veränderungen zu sehen.

Warum das Konzept so mächtig ist

Der Zinseszins ist nicht umsonst als «achtes Weltwunder» bezeichnet worden. In der Finanzwelt ist seine Macht offensichtlich: Wer 10.000 Dollar bei 10% jährlicher Rendite anlegt, hat nach 43 Jahren über 600.000 Dollar. Bei 15% Rendite wären es über 4 Millionen.

Aber das Prinzip gilt weit über die Finanzwelt hinaus. Ackman verweist oft auf Warren Buffett: «Als Warren Buffett 50 Jahre alt war, hatte er 99,5% seines heutigen Vermögens noch nicht verdient.» Die Botschaft ist klar: Compounding belohnt Geduld, Resilienz und die Disziplin, weiterzumachen.

Das Entscheidende dabei: Es geht nicht darum, jeden Tag einen riesigen Sprung zu machen. Es geht darum, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Ein bisschen mehr zu lernen. Eine kleine Gewohnheit aufzubauen. Einen Schritt vorwärts zu gehen, auch wenn der Weg lang erscheint.

Die Wissenschaft hinter den kleinen Schritten

Was Ackman intuitiv entdeckte, bestätigt die Verhaltenspsychologie schon lange. James Clear, Autor des Bestsellers «Atomic Habits», rechnet vor: Wenn du jeden Tag nur 1% besser wirst, bist du nach einem Jahr 37-mal besser als am Anfang. Umgekehrt bedeutet ein täglicher Rückgang von 1% nach einem Jahr praktisch null.

Die Neurowissenschaft unterstützt diesen Ansatz ebenfalls. Unser Gehirn bildet durch Wiederholung neuronale Pfade – je öfter wir etwas tun, desto stärker werden diese Verbindungen. Das ist der biologische Zinseszins: Jede Wiederholung macht die nächste einfacher. BJ Fogg von der Stanford University nennt dies «automaticity» – der Moment, in dem eine Handlung so tief verankert ist, dass sie ohne bewusste Anstrengung geschieht.

Interessanterweise zeigt die Forschung auch, dass die Grösse der Handlung weniger wichtig ist als ihre Regelmässigkeit. Ein täglicher 5-Minuten-Spaziergang verankert sich schneller als ein wöchentliches 60-Minuten-Workout. Der Grund: Das Gehirn reagiert auf Frequenz, nicht auf Intensität.

Die Herausforderung ist, dass unser Gehirn schlecht darin ist, exponentielles Wachstum zu verstehen. Wir denken linear. Wir erwarten, dass Fortschritt sofort sichtbar ist. Und wenn er das nicht ist, geben wir auf.

Genau hier liegt der Grund, warum so viele Neujahrsvorsätze scheitern. Menschen erwarten dramatische Veränderungen in wenigen Wochen – und wenn diese ausbleiben, verlieren sie die Motivation. Das Geheimnis liegt darin, die «Talphase» durchzuhalten, bevor die Compounding-Kurve steil nach oben geht.

Wie Ackman sein Prinzip umsetzt

Ackmans tägliche Routinen sind bemerkenswert bodenständig für einen Milliardär:

Fokus statt Diversifikation: Anders als viele Investoren setzt Ackman auf wenige, gut durchdachte Positionen. Pershing Square hält typischerweise nur etwa neun Aktien. Diese Konzentration erlaubt tiefes Verständnis und volle Aufmerksamkeit.
Langfristiges Denken: Ackman interessiert sich nicht dafür, was eine Aktie morgen oder in einem Monat wert ist. Er denkt in Dekaden. «Ich schaue, was eine Investition in 10, 15, 20 Jahren wert sein wird.»


Emotionslose Entscheidungen: «Ich bin eine sehr unemotionale Person, was Investitionen betrifft. Das Beste, was man tun kann, wenn alle in eine Richtung rennen, ist in die andere Richtung zu gehen.»

Resilienz trainieren: Ackman hat gelernt, Rückschläge als Teil des Prozesses zu akzeptieren. Seine Philosophie: Es ist nicht die Frage, ob du fällst, sondern wie du wieder aufstehst.

Ackmans grösste Erfolge: Compounding in der Praxis

Um zu verstehen, wie mächtig Compounding in der Realität wirkt, lohnt sich ein Blick auf einige von Ackmans erfolgreichsten Investments.

Die COVID-19 Hedge: Im März 2020 erkannte Ackman früher als die meisten, dass die Pandemie die Märkte erschüttern würde. Er kaufte Kreditversicherungen im Wert von 27 Millionen Dollar – und verwandelte diese in weniger als einem Monat in 2,6 Milliarden Dollar. Ein spektakulärer Gewinn, der jedoch nur möglich war, weil Ackman jahrzehntelang sein Verständnis für Märkte und Risiken geschärft hatte. Auch hier: Compounding von Wissen und Erfahrung.

General Growth Properties: Während der Finanzkrise 2008 kaufte Ackman Anteile an diesem bankrotten Immobilienunternehmen für Cent-Beträge. Durch aktives Engagement half er, das Unternehmen zu restrukturieren. Das Investment vervielfachte sich um ein Vielfaches.

Chipotle Mexican Grill: Ackman erkannte, dass die Restaurantkette nach einem E. coli-Skandal unterbewertet war. Er investierte massiv und half dem Management, das Unternehmen umzustrukturieren. Der Aktienkurs erholte sich spektakulär.

Was all diese Erfolge gemeinsam haben: Sie basierten auf tiefem Verständnis, das über Jahre aufgebaut wurde. Ackman «gambelt» nicht – er setzt auf Unternehmen, die er genau kennt, und hält durch, auch wenn der Markt kurzfristig anderer Meinung ist.

Was wir von Ackmans Niederlagen lernen können

Genauso lehrreich wie seine Erfolge sind Ackmans Misserfolge. Bei Herbalife unterschätzte er die Emotionalität des Marktes und die Macht eines Gegners wie Carl Icahn. Bei Valeant vertraute er zu sehr auf ein Management, das ethische Grenzen überschritt.

Aber hier zeigt sich der Kern des Compounding-Gedankens: Niederlagen zählen nur dann, wenn wir aus ihnen nichts lernen. Ackman analysierte jeden Fehler akribisch und passte seine Strategien an. Nach Valeant schwor er öffentlich ab, sich in Unternehmensvorstände wählen zu lassen, da dies sein Urteilsvermögen trübte. Das ist Compounding in seiner reinsten Form: Aus jedem Fehler wird eine Lektion, die zukünftige Entscheidungen verbessert.


Die universelle Anwendung

Das Schöne an Ackmans Ansatz ist seine universelle Anwendbarkeit. Ob du versuchst, fitter zu werden, eine neue Fähigkeit zu erlernen, ein Unternehmen aufzubauen oder bessere Beziehungen zu führen – das Prinzip bleibt dasselbe.

Ackman selbst sagt: 
«Wir alle werden einen Moment wie diesen haben, leider. Es könnte ein Gesundheitsproblem sein. Du könntest deinen Job verlieren. Dein Startup scheitert. Und es ist noch schwerer, wenn man von einem hohen Ort an einen niedrigen Ort gefallen ist.»
Sein Rat für solche Situationen: Schau nicht zurück, wo du warst. Das entmutigt nur. Konzentriere dich auf den nächsten Schritt.


Daily Compounding und Yeap: Die perfekte Verbindung

Das Konzept des Daily Compounding ist direkt in die DNA von Yeap eingebaut. Yeap ist nicht dafür konzipiert, dich zu radikalen Veränderungen zu drängen. Es geht darum, kleine, tägliche Gewohnheiten aufzubauen, die sich über Zeit zu massiven Veränderungen summieren.

Jeder Habit-Streak in Yeap ist sichtbares Compounding. Tag 1 fühlt sich klein an. Tag 10 beginnt, sich bedeutsam anzufühlen. Tag 100? Das ist echte Transformation.

Die Kernprinzipien von Yeap spiegeln Ackmans Philosophie wider:
Kleine, machbare Schritte: Yeap ermutigt dich nicht zu 90-minütigen Workouts, wenn du gerade anfängst. Es geht darum, mit 5 Minuten zu beginnen – und konsequent zu bleiben.

Fokus auf Konsistenz, nicht Perfektion: Es geht nicht darum, jeden Tag perfekt zu sein. Es geht darum, jeden Tag aufzutauchen.

Visueller Fortschritt: Yeap macht dein Compounding sichtbar. Du siehst deine Streaks wachsen, deine Gewohnheiten sich festigen, dein Leben sich verändern – ein Tag nach dem anderen.

Langfristiges Denken: Wie Ackman es mit Investitionen macht, ermutigt Yeap zu einem langfristigen Blick auf Gewohnheiten. Es geht nicht darum, in einer Woche alles zu ändern. Es geht darum, in einem Jahr ein anderer Mensch zu sein.

Praktische Umsetzung: So startest du heute

Basierend auf Ackmans Prinzipien und der Yeap-Philosophie, hier sind konkrete Schritte für dein eigenes Daily Compounding:

  1. Wähle eine Gewohnheit: Nicht fünf. Eine. Konzentriere deine Energie wie Ackman sein Portfolio.
  2. Mach sie lächerlich klein: Willst du lesen? Beginne mit einer Seite pro Tag. Meditieren? Zwei Minuten. Sport? Fünf Liegestütze. Der Punkt ist, die Hürde so niedrig zu setzen, dass du nicht «Nein» sagen kannst.
  3. Tracke jeden Tag: Was gemessen wird, wird verbessert. Nutze Yeap, um dein tägliches Compounding sichtbar zu machen.
  4. Schau nicht zurück: Wenn du einen Tag verpasst, verfalle nicht in Schuldgefühle. Wie Ackman sagt: «Schau nicht, wo du hergekommen bist. Das entmutigt nur.»
  5. Vertraue dem Prozess: Die ersten 30 Tage werden sich nicht weltverändernd anfühlen. Das ist normal. Die Magie passiert in den Monaten danach.

Das grössere Bild

Bill Ackman ist heute wieder an der Spitze. Sein Vermögen hat sich fast verdoppelt. Er ist glücklich verheiratet mit der MIT-Professorin Neri Oxman. Pershing Square liefert wieder starke Renditen.

Aber wichtiger als die finanziellen Kennzahlen ist die Lektion, die er aus seiner dunkelsten Zeit mitgenommen hat: Compounding funktioniert. Nicht nur bei Geld. Sondern bei allem.

Als Unterzeichner des «Giving Pledge» hat sich Ackman verpflichtet, mehr als die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Seine Stiftung hat bereits über 750 Millionen Dollar an mehr als 100 Organisationen vergeben. Auch hier: Compounding in Aktion. Kleine Beiträge, über Zeit, werden zu massiver Wirkung.


Der eine Schritt, der alles verändert

Ackman erinnert uns daran, dass der grösste Fehler nicht das Scheitern ist. Der grösste Fehler ist aufzugeben. Nicht weiterzumachen. Nicht den nächsten kleinen Schritt zu gehen.
«Mach jeden Tag ein bisschen Fortschritt, und es funktioniert jedes Mal», sagt er.

Nicht manchmal. Nicht meistens. Jedes Mal.
Das ist die Macht des Daily Compounding. Und mit Yeap hast du das perfekte Werkzeug, um es in deinem Leben umzusetzen.
Der nächste Schritt wartet. Geh ihn.


Quellen: Forbes, Fortune, The Acquirer's Multiple, Citadel Finance Speaker Series, Lex Fridman Podcast
Über Yeap: Yeap ist dein persönlicher Gewohnheits-Tracker, der auf dem Prinzip des Daily Compounding basiert. Starte heute mit einer kleinen Gewohnheit und erlebe, wie sich kleine Schritte zu grossen Veränderungen summieren.


Schreibe deinen Nachruf – und lebe danach
Was Warren Buffetts Lebensphilosophie über Gewohnheiten verrät